altar service - no kid stuff
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Weihbischof Martin Gächter für die Schweizer Kirchenzeitung 2001
Es gibt Pfarreien, in denen man nur wenige Kinder und Jugendliche in der Kirche sieht. Es gibt Pfarreien ohne kirchliche Jugendverbände, die ja auch dann wichtig sind, wenn man sie weniger in der Kirche sieht. Doch in allen Pfarreien gibt es Ministrantinnen und Ministranten. Sie sind ein wichtiger Teil der Jugendseelsorge, eine grosse Hoffnung für die Kirche. Die Ministranten verdienen unsere Aufmerksamkeit und Förderung, auch wenn dadurch die andern Jugendlichen und Jugendverbände in keiner Weise benachteiligt werden dürfen. Der CIM (Coetus Internationalis Ministrantium) ist ein wichtiges europäisches Forum, in dem die Verantwortlichen der Ministrantenseelsorge ihre Probleme und Erfahrungen miteinander besprechen können. So trafen sich am 11.-14. September 2001 in Schengen (Luxemburg) 31 Ministranten-Verantwortliche aus 8 Ländern Europas, um darüber nachzudenken, wie die Minis motiviert werden können, über das Kinderalter hinaus dem Ministrantendienst treu zu bleiben.
In den europäischen Ländern gibt es sehr verschiedene Situationen. Die Franzosen müssen sich vom gängigen Begriff "enfant du choeur" verabschieden. Die Polen kennen noch keine Ministrantinnen. Überall bemüht man sich, die Minis über das Kindesalter hinaus im Ministrantendienst sinnvoll einzusetzen. Ältere Minis nehmen Verantwortung gegenüber den jüngeren wahr in der Ausbildung, Begleitung und Einsatzplanung. Wichtig sind für die ältern Minis gute Gruppenerfahrungen mit Gleichaltrigen, Weiterbildungsmöglichkeiten auf Dekanats- und Landesebene und internationale Kontakte (Lager, CIM-Wallfahrten nach Rom alle 5 Jahre).
Es wurde berichtet, wie beim Entwachsen aus dem Kinderalter einige Minis sich ausdrücklich verabschieden, andere stillschweigend fern bleiben und andere dann nur noch selten kommen, z.B. bei Festtagen. Wichtig ist, dass solche "Unregelmässige" nicht fortgeschickt werden, sondern mit besonderer Aufmerksamkeit aufgenommen und begleitet werden.
Die gute Begleitung der Minis ist sehr wichtig, aber nicht so leicht zu organisieren, weil jede Pfarrei selbständig ist. Die Minis bilden keinen Verband, sondern werden je nach Pfarrei verschieden begleitet. Daher sind überpfarreiliche Inspirationen sehr wichtig, wie sie in der Schweiz von der DAMP (Deutschschweizerische Arbeitsgruppe für MinistrantInnenpastoral) kommen, die durch ihren neuen Präsidenten Vikar Michael Pfiffner (Niederuzwil SG) und ihrem Sekretär Matthias Müller (Zürich) in Schengen vertreten waren. Es zeigt sich auch, wie die Minis immer häufiger wegen ihres Dienstes in der Kirche von ihren Kameraden in Frage gestellt werden. So ist der Ministrantendienst immer weniger eine Kindersache, sondern ein Bekenntnis zum Glauben und zur Kirche.
Die CIM-Vertreter beschlossen, für das Jahr 2005 wieder eine Europäische Ministrantenwallfahrt nach Rom vorzusehen nach dem grossen Erfolg dieses Jahres. Auch sollten alle europäischen Bischöfe vermehrt auf die Bedeutung der Ministrantenpastoral hingewiesen werden und auf die Hilfen, die der europäische Gedankenaustausch im CIM jedem Land anbietet. Eine gute Gelegenheit für solche Impulse wird das kommende Symposion der europäischen Bischöfe vom 24.-28. April 2002 in Rom zum Thema "junge Menschen Europas im Wandel – Laboratorium des Glaubens" sein. Dort werde ich als Präsident des CIM auf die grossen Chancen der Ministrantenpastoral für jede Pfarrei hinweisen können.
+ Martin Gächter
Weihbischof von Basel,
Präsident des CIM





